Meshnetze und Freifunk

Ein Meshnetz ist ein Netzwerk, in dem es ideell keine zentralen
Instanzen wie Router und Server gibt, sondern die einzelnen
Teilnehmer_innen (Knoten) direkt miteinander kommunizieren.

Genauere Definition: https://secure.wikimedia.org/wikipedia/en/wiki/Mesh_networking

Problem:
Wir kommunizieren über das Internet und sind deswegen abhängig von
verschiedensten Stellen: WLAN-Router, Internetanbieter, Netzbetreiber,
Anbieter von Services, also Twitter, Facebook und co,
auch von E-Mail-Providern etc. pp.
Deswegen sind wir strukturell immer abhängig von jemenschen.
Wir werden zensiert, wir werden kontrolliert, wir müssen Geld bezahlen,
um Informationen zu beziehen und zu verbreiten.

Lösungsansatz:
Wir bauen unser eigenes hierarchiefreies Meshnetz auf.

Das gibt es auch tatsächlich schon: In vielen größeren Städten haben
sich Gruppen gegründet, die die Stadt mit einem Freifunk, Funkfeuer o.ä.
ausstatten wollen.
In Deutschland heißt das fast überall Freifunk: http://www.freifunk.net/
Zuhause kann mensch also z.B. durch das Aufstellen eines
Freifunk-Routers mitmachen und das Netz erweitern.

In der Session haben wir ein bisschen gebastelt:
Wir haben ein kleines Meshnetzwerk (abc.freifunk.net) mit unseren
Notebooks als Knoten aufgebaut. Auf einen von diesen Notebooks haben wir
einen DHCP, einen DNS und einen HTTP-Server laufen lassen,
sowie die Internetverbindung, die über ein Kabel rein kam
in das Meshnetz weitergeleitet.
So ist es möglich, dass mensch sich Webseiten,
die auf dem einen Rechner gespeichert sind,
anschaut, ohne irgendeine zentrale Instanz zu brauchen.

Noch cooler wird ein Meshnetzwerk durch Hopping:
Möchte A mit C kommunizieren, aber A hat nur Verbindung zu B und B hat
Verbindung zu C, dann kann B die Pakete für A nach C und umgekehrt durchreichen.
Das geht, indem mensch die Routing-Tabellen anpasst,
das machen z.B. die Programme OLSR und B.A.T.M.A.N. automatisch.

Fazit: Es ist (schon) aus den genannten Gründen interessant, sich in die
Freifunk-Gruppen einzubringen, d.h. in Städten die
Freifunk-„Netzabdeckung“ zu erweitern.
Auf Aufstellen von Routern lässt außerdem mit Hardware-Basteln
verbinden. Auch ein Arduino mit Freifunk-Schnittstelle wäre denkbar.

Idee: Wäre nicht ein Meshnetzwerk auch für das ABC-Tagungszentrum das richtige?
Es würde dann ein Netzwerk, statt drei geben, dafür würde der
Netzverkehr auf die Internetanschlüsse verteilt werden und es wäre
ziemlich einfach, das Netz zu erweitern.
Das zur Verfügung stellen des Internetanschlusses käme nebenbei nicht
nur den Tagungsgästen, sondern auch dem ganzen Dorf zu gute.

Posted by email